Die Bedeutung von Toleranz in einer zunehmend polarisierten Welt

In einer Ära, in der Meinungen im Internet leicht bestätigt werden können, scheint die Toleranz gegenüber unterschiedlichen Ansichten und Lebensstilen zunehmend zu schwinden. Die Ablehnung dessen, was anderen wichtig ist oder wie sie leben, führt oft zu aggressiven Reaktionen und verletzenden Konflikten.

Doch was spricht dagegen, wenn Menschen bestimmte Vorlieben haben oder bestimmte Abläufe bevorzugen? Solange niemandem geschadet wird, scheint es sinnlos, diese Eigenheiten abzulehnen. Im Gegenteil, solche Ablehnungen führen oft zu inneren Spannungen. Für unsere eigene Toleranz und Menschlichkeit wäre es vielmehr von Vorteil, die Vielfalt und Eigenarten anderer interessant zu finden, anstatt sie zu korrigieren.

Betonen möchte ich, dass das meiner Meinung nach ein wesentlicher Bestandteil der Achtsamkeitsarbeit sein sollte. Aber auch die Achtsamkeitsarbeit wird verstärkt so verbreitet, dass die Teilnehmenden vor allem lernen eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu erkennen und umsetzen. 

Polarisierende Meinungen und sogar Fronten sind mittlerweile sehr verbreitet. Ich bin überzeugt, niemand möchte intolerant sein. Da der „Mainstream“ aber gerade so ist, besteht die Gefahr mitgerissen zu werden. 

 

Warum Toleranz und Verständnis der Schlüssel zu einem erfüllten Leben und sogar zu mehr Frieden sind!

 

Das passiert nicht von heute auf morgen. Es ist eher ein schleichender Prozess: Wenn wir anfangen, unsere Umgebung zu kontrollieren, enden wir oft damit, uns selbst einzusperren. Diese Kontrollsucht führt zu einer Pedanterie, die uns letztlich selbst versklavt. Früher oder später manifestieren sich aus diesen inneren Spannungen und Ängste, die unser Wohlbefinden und unsere Beziehungen beeinträchtigen können. Wir fangen an Macken oder Verschrobenheiten zu entwickeln, die schlimmstenfalls sogar pathologischen werden können. Statt zu lieben und zu akzeptieren, beginnen wir, andere mit unseren Macken zu nerven und als seltsam wahrgenommen zu werden. Menschen ziehen sich von uns zurück, und die Spirale setzt sich fort. 

Ängste können aber auch eine Folge davon sein, wenn wir zu vieler Intoleranz begegnet sind, wenn zu viele Menschen von uns erwartet haben, dass wir so handeln, wie diese es möchten, wenn wir um des lieben Friedens willen, unsere eigenen Interessen hinten an stellen. Oder wenn innere Glaubenssätze uns daran hindern, uns freundlich abzugrenzen und Akzeptanz für uns selbst aufbringen

Es ist an der Zeit, die Fähigkeit zur Toleranz und Akzeptanz wiederzuentdecken. Die Welt ist bunt und vielfältig, und jeder hat das Recht, seinen eigenen Weg zu gehen. Wahre Stärke liegt nicht darin, andere oder uns selbst zu kontrollieren, sondern darin, die eigenen Stärken und die der anderen zu verstehen und zu respektieren. Indem wir lernen, tolerant zu sein, bereichern wir nicht nur unser eigenes Leben, sondern auch das Leben der Menschen um uns herum. Das nenne ich einen Weg zum Frieden!

Juni 2024            von Heike Hesler

 

 

Cookie Consent mit Real Cookie Banner