Warum aufrechte Empathie im eigenen Körpergefühl beginnt
Empathie gilt als eine der wichtigsten sozialen Fähigkeiten. Doch wer dauerhaft nur mitfühlt, sich immer auf andere einstellt und die eigenen Bedürfnisse hintanstellt, läuft Gefahr, sich selbst zu verlieren. Das Nervensystem bleibt in Anspannung, und die innere Balance gerät aus dem Gleichgewicht. Auf Dauer kann das die seelische Balance und die psychische Gesundheit beeinträchtigen.
Empathie braucht deshalb eine stabile Grundlage. Sie sollte aus einem inneren Überschuss entstehen, aus eigenen mentalen und emotionalen Ressourcen heraus. Genau hier kommt die Impathie ins Spiel.
Impathie bedeutet, die eigenen Emotionen, Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen, zu verstehen und sich bewusst zu machen. Sie richtet den Blick nach innen und schafft Selbstkontakt.
Impathie und Empathie sind keine Gegensätze. Sie widersprechen sich nicht, sondern ergänzen sich. Beide Fähigkeiten haben ihren Ursprung im Einfühlungsvermögen. Nur wer die eigenen Gefühle kennt und respektiert, kann auch die Gefühle anderer wahrnehmen, ohne sich dabei selbst zu übergehen oder zu verlieren.
Sind Sie bereits ein impathischer Mensch?
In meiner Körper Vagus Arbeit zeigt sich immer wieder, wie eng Impathie mit dem Vagus-Nerv verbunden ist. Der Vagus-Nerv spielt eine zentrale Rolle für das Sicherheitsempfinden, innere Ruhe und emotionale Stabilität. Wenn wir lernen, feine Körpersignale wahrzunehmen, wie den eigenen Atem oder körperliche Anspannung, und innere Zustände bewusst zu regulieren, entsteht ein Gefühl von Selbstverbundenheit. Aus diesem Zustand der Impathie heraus wird Empathie möglich, ohne zu erschöpfen.
Ich persönlich bin der Meinung, dass echte Empathie nur dann möglich ist, wenn wir impathisch sein können, das heißt, wenn wir selbst wissen, was wir gerade fühlen und warum.
Impathie hat nichts mit Egoismus zu tun. Egoistisches Verhalten zielt auf den eigenen Vorteil, oft auf Kosten anderer. Impathische Menschen hingegen sind achtsam mit sich selbst. Sie kennen ihre Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen und handeln aus dieser Klarheit heraus. Gerade diese innere Achtsamkeit macht es möglich, in Beziehungen authentisch, präsent und empathisch zu sein.
Impathie ist deshalb eine zentrale Fähigkeit für emotionale Stabilität und psychische Gesundheit. Wer die eigenen Gefühle versteht, kann besser mit sich selbst und mit anderen umgehen. Und die gute Nachricht ist: Impathie lässt sich trainieren.
Studien zeigen zudem, dass impathische Menschen häufig weniger unter Ängsten und depressiven Verstimmungen leiden und eine höhere Lebenszufriedenheit erleben. Ähnlich wie im Achtsamkeitstraining nach Jon Kabat Zinn stärkt die bewusste Selbstwahrnehmung der eigenen inneren Zustände die Selbstregulation, ohne dabei die Fähigkeit zum Mitgefühl für andere zu verlieren.
Impathie lässt sich einfach und alltagstauglich üben. Zu Beginn braucht es eine kleine Routine, die regelmäßig wiederholt wird. Mit der Zeit verinnerlichen wir diese Form der Selbstwahrnehmung, sodass Impathie und Empathie ganz selbstverständlich zusammenwirken können.
Für eine solche Übung können wir sogar unser Handy sinnvoll nutzen. Stellen Sie sich zum Beispiel alle 45 Minuten eine Erinnerung ein. Halten Sie kurz inne, lächeln Sie sich selbst zu und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihren Körper.
- Wie sitze oder stehe ich gerade?
- Wie fühle ich mich?
- Bin ich wach oder erschöpft, warm oder kalt, angespannt oder entspannt?
Diese kleine Pause fördert eine bewusste, mentale Selbstwahrnehmung über das Körpergefühl. Sie hilft uns, im Hier und Jetzt zu bleiben oder dorthin zurückzukehren und im Kontakt mit uns selbst zu bleiben.
Möchten Sie Impathie nicht nur verstehen, sondern auch körperlich erfahren?
In meiner Körper-Vagus-Arbeit begleite ich Menschen dabei, wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen, das Nervensystem zu regulieren und eine stabile innere Basis für Empathie und Beziehung zu entwickeln.
Gerne unterstütze ich Sie dabei, Ihren eigenen Weg zu mehr Selbstverbundenheit, innerer Ruhe und emotionaler Klarheit zu finden.
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Oder Sie nehmen am 28. Februar 2026 am Workshop zu diesem Thema stattfinden. Wie bei allen meinen Workshops ist der große Rahmen das Movement nach Marion Rosen, in welches die aktuellen Themen „Impathie“ sowie „Vagus-Nerv und Herz-Alter“ die Schwerpunktthemen sind.